Ratoncito Pérez – Spanische Zahnmaus

Im spanischen gibt es auch eine Zahnfee und zwar Ratoncito Pérez. Bekannt ist diese Fabelgestalt in Spanien und in Lateinamerika. Wie die Zahnfee in unserem Land oder die Tooth Fairy in englischsprachigen Ländern tauscht die spanische Zahnfee, bzw. Zahnmaus, Milchzähne gegen etwas aus. Das kann ein Geldstück sein, aber auch eine Süßigkeit. Dafür muss das Kind den verlorenen Zahn vor dem Schlafengehen nur unter sein Kopfkissen legen. Das ist das Zeichen für Ratoncito Pérez aktiv zu werden.

Zahnmaus in spanischsprachigen Ländern

El Rartoncito de Pérez ist in einigen südamerikanischen Ländern auch als El Ratón Perez bekannt. Teilweise hat er dann noch einen zusätzlichen Namen, Odón.

Von der Maus, die Zahnfee spielt, weiß man auch in Mexiko und Peru, hier gibt es el Ratón de los dientes (Zahnmaus) und in Frankreich ist es la petite souris (die kleine Maus). Und auch in Italien ist es das Mäuschen, nämlich Topolino oder auch Topino.

Maus und Eichhörnchen als Zahnfee

Aber nicht in ganz Spanien ist die Maus für den Austausch von ausgefallenen Milchzähnen zuständig. So spielt im Baskenland ein Dach die Zahnfee (Maritxu teilatukoa, Mari, das Dach) und in Kantabrien ist es das Eichhörnchen (L’Esquilu de los dientis). Der Name aus dem Baskenland könnte davon stammen, dass es in Spanien den Brauch gibt, die Zähne der Kinder über das Dach eines Hauses zu werfen.

Warum die Maus die Zahnfee ist

Man nimmt an, dass der Ursprung einer Maus als Zahnfee in spanischsprachigen Ländern (und in Frankreich) mit einem Märchen zusammenhängt, dass im 16. Jahrhundert von der französischen Baronin Marie-Catherine d’Aulnoy geschrieben worden war. Der Titel dieses Märchens war: La Bonne Petite Souris, auf spanisch eben die gute kleine Maus oder auch die kleine Zaubermaus. In diesem Märchen ist die Rede von einer Fee, die in eine Maus verwandelt wird, um einen bösen König zu besiegen. Und die Maus versteckt sich unter dem Kopfkissen des Königs, nachdem ihm alle Zähne ausgefallen waren.

Von Frankreich gelangte die Geschichte dann im Jahr 1894 nach Spanien, und zwar soll sie dem zukünftigen König Alfonso XIII., als er acht Jahre alt gewesen war, erzählt worden sein. Wahrscheinlich war sie hier aber schon vorher bekannt.

Marie-Catherine d’Aulnoy

Baronin Marie-Catherine, Baronne d’Aulnoy, wurde 1650/1651 geboren, sie starb 1705 in Paris und war auch unter dem Namen Madame d’Aulnoy bekannt. Sie war eine französische Roman-, Märchen- und Novellenschriftstellerin. Ihre Werke, darunter Reiseberichte und Feenmärchen, diese inspiriert aus ihrer Heimat, der Normandie, wurden auch in andere Sprachen übersetzt. Eine Zeitlang war Madame d’Aulnoy eine sehr bekannte und sehr beliebte französische Schriftsellerin.

Museum in Madrid

In Madrid soll es sogar ein Museum, das Museo del Ratón Pérez, für die Zahnmaus geben.

Zahnmaus im Kino

2006, hispanisch-argentinische Koproduktion, Direktor Juan Pablo Buscarini, Titel Pérez, el ratoncito de tus sueños.
2009, in Lateinamerika bringt Disney den Film El Ratón Pérez auf den Markt.
2012, Ratoncito Pérez hat einen kurzen Cameo-Auftritt in dem Film El origien de los guardianses (Die Hüter des Lichts) von DreamWorks Animation, einem 3D-Fantasy-Animationsfilm. In diesem Film tauchen neben der Zahnfee aber noch der Weihnachtsmann, der Osterhase, Jack Frost und der Sandmann auf.

2 Gedanken zu „Ratoncito Pérez – Spanische Zahnmaus

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  2. Julia

    Wie süß, eine Maus, die die ausgefallenen Zähne gegen was schönes und neues eintauscht. Wobei den meisten Kindern wird es egal sein, ob das nun eine Zahnfee oder eine Zahnmaus ist. Aber eine schöne Geschichte zum Weitererzählen ist es. Danke dir.

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